Das "Busecker Tal" war über viele Jahrhunderte ein relativ eigenständiges Herrschaftsgebiet, das den Ganerben v. Buseck und v. Trohe unterstand. Es umfasste die Orte Albach, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Großen-Buseck, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, in unterschiedlichen Zeiträumen auch Trohe sowie einige untergegangene Ortschaften.
Um das Jahr 800 werden im Besitz der Klöster Hersfeld und Fulda landwirtschaftliche Anwesen genannt, die in "Buocheswiccum", bzw. "Bucheseichehe" lagen. Es wird angenommen, dass mit diesen Namen Buseck, sei es als Ort oder Flur, gemeint ist. Erst ab Mitte des 12. Jh. findet sich die nächste Erwähnung des Namens "Buseck". Zwischen 1148 und 1152 werden Güter in Buseck genannt, die dem Kloster Schiffenberg gehören; zur gleichen Zeit führt eine Urkunde Buseck als kennzeichnenden Beinamen von Adligen an.
Die um 1210 urkundlich erscheinende Ortsbezeichnung "Aldenbuchesecho" lässt vermuten, dass auch Großen-Buseck schon damals bestanden hat, obwohl diese Benennung erst für 1326 belegt ist.
1199 ist der erste Priester für Buseck genannt und aufgrund der Kirchengeschichte war die Hauptkirche von Anfang an in Großen-Buseck. Der Kirchenbau ist nach den Grundmauern um 1200 zu datieren. Die für ein kleines Dorf erstaunlichen bis heute unveränderten Ausmaße des Grundrisses der Kirche bezeugen ebenfalls die schon im ausgehenden 12. Jh. zentrale Bedeutung von Großen-Buseck.
Auch die anderen Orte der heutigen Großgemeinde sind schon früh urkundlich erstmals erwähnt: Beuern um 1205, Oppenrod 1245 und Trohe 1327.
Um 1200 besaßen die im süddeutschen und österreichischen Raum beheimateten Grafen von Peilstein-Mörle-Kleberg "...hauz und ein stat heiset Puchsekk..."
Nach dem derzeitigen Stand der Forschung nimmt man an, dass das reichslehnbare Gericht "Busecker Tal" nach dem Aussterben der Grafen von Peilstein (1218) an den Kaiser zurückfiel, der damit die beiden niederadligen Familien v. Buseck und v. Trohe als Ganerben (Erbengemeinschaft) ausstattete. Die erste bekannte Belehnung der Ganerben mit dem "Busecker Tal" datiert 1337.
In dieser Zeit zeichnet sich bereits der später Jahrhunderte dauernde Streit der Ganerben mit den Landgrafen von Hessen ab, die mit den Verträgen von 1480 und 1576 das Busecker Tal fast ganz ihrer Landeshoheit unterwerfen konnten. Endgültig beigelegt wurde der Streit durch ein Urteil des kaiserlichen Hofgerichts zu Wien erst 1726.
Zahlreiche zum Teil als "Burgen" bezeichnete feste Häuser lassen sich in den Orten Alten-Buseck, Beuern, Großen-Buseck und Trohe belegen sowie eine Reihe von Gutshöfen, teilweise auch im Besitz von Adelsfamilien aus dem Umland.
In Alten-Buseck die Hofburg (1393 erstmals erwähnt), die Brandsburg (Ersterwähnung 1490), die Zaunburg (1457 belegt) und die Eitelsburg. Von der Hofburg sind nur noch die Wirtschaftsgebäude erhalten, die Brandsburg wird derzeit in ihrer barocken Gestalt restauriert.
Nahe Beuern lag die Burg Hagen, die bereits in der 2.Hälfte des 12.Jh.zerstört wurde; im Dorf selbst gab es mehrere Adelshöfe.
In Trohe werden zwei alte Burgen genannt, von denen eine in der Ortsmitte noch zu erkennen ist.
Für Großen-Buseck sind vier "Burgen" zu nennen: Der sogenannte Troher Hof (vor 1500) "Todt`s Gärten" zwischen Zeilstraße und Wieseck, das Schloss und der "Perch", sowie einige Adelshöfe.
Die erste gesicherte Erwähnung des Schlosses in Großen-Buseck ist die Verlehnung 1458, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass es wesentlich älter ist. Zuerst ein Wohnturm auf einer Motte, mit einem Wassergraben umgeben, wurde die Burg Ende des 16.Jh. etwa um Umfang des heutigen Westflügels erneuert. Zwischen 1750 und 1754 erfolgte ein grundlegender barocker Umbau durch Gottlieb v. Nordeck zur Rabenau. Dabei wurde der Südflügel angebaut. Um 1860 erhielt der Bau unter Friedrich v. Nordeck zur Rabenau seine heutige Gestalt.
Die letzte Erbin der Familie, Eva-Maria v. Nordeck zur Rabenau verkauft 1971 das Schloss, das sich zu diesem Zeitpunkt in einem desolaten Zustand befand. 1976 erwirbt die damalige Gemeinde Großen-Buseck Schloss und Park.Wie Ende des 18.Jh., als das Schloss durch überschuldung Gottliebs v. Nordeck zur Rabenau von der bürgerlichen Gemeinde zum Zwecke des Abrisses ersteigert werden sollte, ist auch diesmal ein Abbruch geplant. Damals untersagte der Landgraf den Verkauf an die Gemeinde und rettete den Bau, 1974 verhindert das Landesamt für Denkmalpflege den Abriss. Die Zusammenlegung von fünf der alten Ortschaften des ehemaligen "Gerichts Busecker Tal" führt zur Restaurierung des geschichtsträchtigen Baues, der seit 1981 Sitz der Verwaltung der neuen Großgemeinde Buseck ist.
Bei den Ausschachtungen zum neuen Bürgerhaus in Großen-Buseck werden 1999 auch die Grundmauern der vierten "Burg", der "Perch" genannt, gefunden und von Archäologen ausgewertet. Dieser Bau, vermutlich ebenfalls ein Wohnturm, auf dem Gelände der ehemaligen Schlossgärtnerei gelegen, wird 1387 erstmals erwähnt. Seine Mauern sind unter dem neuen Bürgerhaus verborgen, die Fundstücke der Ausgrabungen sind im Foyer zu sehen.
Die Bevölkerung des historischen "Busecker Tales" bestand wohl hauptsächlich aus Bauern die das Land gepachtet hatten. Wie der Adel des Tales waren seine Bewohner nicht reich, doch zumeist hatten sie ihr bescheidenes Auskommen, abgesehen von Kriegs- und Notzeiten, die auch diese Region leider allzu häufig heimsuchten.
Mitte des 19.Jh. trieb die blanke Not viele Menschen dazu sich eine neue Heimat zu suchen, z.B. in Amerika. Nach dem 2.Weltkrieg fand eine große Zahl Heimatvertriebener hier ein neues Zuhause.
Mindestens seit dem 16.Jh. füllte die adlige Herrschaft ihr Kasse mit der vermehrten Aufnahme von "Schutzjuden", Menschen jüdischen Glaubens die dem adligen Herren neben üblichen Steuern und Abgaben ein jährliches "Schutzgeld" zu entrichten hatten, damit sie in der Gemeinde wohnen durften. Diese Praxis führt 1776 zu dem Ausspruch "Das Busecker Tal ist ein klein Palästina...", lebten hier doch im Verhältnis mehr jüdische Bürger als in anderen Teilen Hessens. Im Frühjahr 1942 wurden die letzten verbliebenen Bürger jüdischen Glaubens deportiert.
Nach dem 2.Weltkrieg entwickelten sich die bis dahin landwirtschaftlich geprägten Ortschaften des "Busecker Tales" zu Wohngemeinden. Die Erschließung von Gewerbegebieten, begünstigt durch die Nähe der Stadt Gießen und der Autobahn, förderte die Ansiedlung von Handel und Gewerbe. Dies sicherte der Gemeinde einen gewissen Wohlstand und führte zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
Den weitaus größten Teil des täglichen Bedarfs können die Einwohner in Großen-Buseck decken, die medizinische Versorgung ist gewährleistet. Für Erholung und Freizeit bieten sich Bürgerhäuser, zahlreiche Sportstätten, ein reges Vereinsleben und eine abwechslungsreiche Natur an.
Am 1.1.1977 wurden die fünf historischen Orte Alten-Buseck, Beuern, Großen-Buseck, Oppenrod und Trohe zur Großgemeinde Buseck zusammengeschlossen.