
7. Ausstellung der Kommunalarchive nimmt Essen und Trinken in den Blick
Ab August sind Plakate zum Thema „Ernährungsgeschichte(n) aus dem Gießener Land“ in Rathäusern, Museen und Firmen-Foyers zu sehen und wecken so manche Erinnerung
Landkreis Gießen. „Was Leib und Seele zusammenhält. Ernährungsgeschichte(n) aus dem Gießener Land“ – unter diesem Titel haben die Mitarbeiter:innen der Kommunalarchive im Landkreis Gießen eine unterhaltsame Ausstellung erarbeitet, die ab Sommer an verschiedenen Orten im Kreisgebiet zu sehen sein wird. „Es ist mittlerweile die siebte Ausstellung, die die Archivbetreuerinnen und -betreuer gemeinsam zusammentragen“, erklärt Kreis-Archivarin Sabine Raßner, die die Verantwortlichen der Stadt- und Gemeindearchive regelmäßig zu Vernetzungstreffen und Fortbildungen einlädt.
Sie hat auch bei der Koordination der neuesten Ausstellung unterstützt. Das Zusammentragen einer Ausstellung nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch. Seit etwa einem Jahr sind die beteiligten Archivar:innen neben der üblichen Archivarbeit mit Planung, Konzeption und Vorbereitung beschäftigt. Aus allen Gemeinden und Städten im Landkreis sind schließlich Belege zu sehen, die so manche Erinnerung hervorrufen dürften.
Leitgedanke „Essen und Trinken“ war schnell gefunden und mit zahlreichen Belegen aufbereitet
Ein Leitgedanke für eine gemeinsame, kreisweite Ausstellung sei schnell gefunden gewesen, meint Sabine Raßner weiter. Denn zum Thema Essen und Trinken finden sich in den Kommunalarchiven oft zahlreiche historische Belege; nicht zuletzt hübsche Postkarten, welche Gaststätten und Ausflugslokale zeigen, oder Familienfotos an der Festtafel. Auch Kochbücher längst vergangener Tage wurden mancherorts archiviert und werden nun in Teilen gezeigt.
Außerdem sind in der Ausstellung auch Werbe-Plakate von heimischen Brauereien, Gasthäusern und Lebensmittelgeschäften abgebildet, ebenso historische Marktordnungen sowie Akten und Pläne vom Bau gemeinschaftlicher Gefrier- und Schachthäuser. Dem Kartoffelanbau und dem Weg vom Korn zum Brot im Gießener Land ist jeweils ein eigenes Plakat gewidmet, ebenso der Trinkwasserversorgung und der Ernährung in Kriegstagen.
Die Themenbereiche Viehhaltung, Milchwirtschaft, Fleischverarbeitung, Lebensmittelhandel, regionale Märkte sowie die Gastronomie im Wandel sind mit zahlreichen Fotos, Dokumenten und Erinnerungsstücken dargestellt.
Landrätin lobt Ausstellung und den Zusammenhalt der vergangenen Zeiten
Landrätin Anita Schneider konnte schon einen Blick auf die Plakate erhaschen und zeigt sich begeistert. Sie lobt: „Die neuste Ausstellung der Archivbetreuerinnen und -betreuer ist wieder gelungen. Die Poster sorgen für interessante Aha-Momente und laden zu einer kurzweiligen Zeitreise ein. Manche Spuren kann man heute noch in den Dörfern entdecken.“
Mit den Plakaten werde zugleich deutlich: Fortschritte – zum Beispiel in den Bereichen Hygiene und Effizienz – gab es vor allem, wenn Menschen gemeinsam gewirkt haben. Nur mit vereinten Kräften und guten Ideen, die viele Menschen mitgetragen und umgesetzt haben, konnten nützliche Einrichtungen oder Neuerungen entstehen. Darunter beispielweise landwirtschaftliche Produktion, überregionale Wasserleitungen, Gefriergemeinschaften, Backhäuser und gemeinschaftliche Molkereien.
Dies zeige einmal mehr, dass das, was heute und in der so genannten „guten alten Zeit“ zum Erfolg beitrug oder beiträgt, immer auch ein Ergebnis von Gemeinschaft war und ist. Es lohne sich deshalb immer, gemeinsam anzupacken und nach vorne zu schauen, appelliert die Landrätin.
Erst-Eröffnung am 27. August in der Gemeindeverwaltung Langgöns
Für Interessierte wird die Ausstellung zum ersten Mal in der Gemeindeverwaltung Langgöns zu sehen sein: Am Donnerstag, den 27. August 2026, um 16.30 Uhr. Anschließend gehen die Plakate auf Wanderschaft durch den Landkreis Gießen. Weitere Ausstellungstermine stehen bereits fest für die Sparkasse Gießen (Hauptstelle), Grünberg, Laubach und Lich.












